Medizin-Geschichten |
Die Heilpflanze des Monats September 2012 |
Folge 5: Echtes Tausendgüldenkraut |
Wie stellt man sich eine Blume vor, die „Tausendgüldenkraut“ heißt? Sicher mit tausenden von goldgelben Blüten. Doch in Wirklichkeit sind die Blüten kräftig rosa, rot oder auch schon mal weiß, aber nie golden oder gelb. Die Blüten stehen zwar in so genannten lockeren Trugdolden, es sind also immer mehrere an einem Stängel, aber nie Tausende. Was also steckt hinter dem Namen Tausendgüldenkraut? Wahrscheinlich ein Missverständnis und eine falsche Übersetzung der botanischen Bezeichnung. Centaurium bezieht sich eigentlich auf den heilkundigen Zentaur Chiron. Als dem ein Pfeil auf den Fuß gefallen war, soll er sich mit dieser kleinen Pflanze geheilt haben. Ihm zu Ehren wurde das Kraut Centaurium. Doch im Mittelalter wurde der Name falsch interpretiert, nämlich als „centum“ = hundert und „aurum“ = Gold. Entsprechend hieß die hübsche kleine Pflanze zunächst „Hundertgüldenkraut“. Da sie aber als extrem heilkräftig und wertvoll galt, schien hundert einfach zu wenig zu sein – und so wurde sie aufgewertet zum „Hunderttausendgüldenkraut“. Das wiederum war zu lang und schliff sich zum Tausendgüldenkraut ab. Ab dem 15. Jahrhundert kommt der Name „tusendguldin“ vor. Und er blieb hängen – bis heute. Quelle: u.a. Gerhard Madaus: „Bioheilmittel“
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